Palma: Ein sehenswerter Zentralfriedhof im Kleinstadtformat

Der Zentralfriedhof von Palma
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Mallorca, das ist Lebenslust, Freude und Natur pur. Aber auch hier gehört der Tod dazu und weil die Friedhöfe hier so ganz speziell sind, möchten wir heute mal einen ganz besonderen von ihnen vorstellen.

Es handelt sich dabei um den im Jahr 1820 eingeweihten Zentralfriedhof im Nordwesten der Inselhauptstadt Palma.

Dieser Friedhof ist nicht nur mit dem Auto (von Palma Richtung Andratx, Ausfahrt nach Valldemossa, Ringautobahn in Richtung Stadtzentrum, neben Stadion auch Parkmöglichkeiten) sondern auch mit der Buslinie 9 von der Plaza de España bis zur Haltestelle Cementeri zu erreichen.

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Der Eingang

Architekt der 1938 fertig gestellten Umgestaltung dieser großen Anlage war der am 18. August 1869 in Palma de Mallorca geborene Gaspar Bennàssar i Moner, der unter anderem den 1906 erbauten Städtischen Schlachthof plante, 1918 die Treppe zum Aussichtspunkt der Kathedrale La Seu in Palma baute und 1929 die Stierkampfarena Coliseo Balear errichtete, aus der im Sommer regelmäßig die ZDF-Sendung „Wetten, dass..?“ live übertragen wurde.

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Durch das imposante mausoleumartige Haupttor geht es gemächlichen Schrittes auf den Gottesacker, der schon hier vom Eingang aus die gewaltige Größe erahnen lässt. Direkt am Eingang befindet sich eine große Stele, auf der ein prunkvoller Adler seine Schwingen ausbreitet. Diese Stele wurde zum Gedenken an die im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) gefallenen italienischen Helfer der Franco-Truppen errichtet. Auch befindet sich gleich hier ein Monument in dem Ramón Franco, der Bruder von Diktator Franco, ruht. Dieser kam 1938 bei dem Absturz seines Wasserflugzeuges ums Leben.

An einer Stelle der Friedhofsmauer befindet sich auch eine Plakette, die die Stadt Palma anbringen ließ und an diese dunkle Zeit erinnern soll, bei der die Franquisten ca. 200 Anhänger der Republik ermordeten. Unter ihnen war auch Palmas Bürgermeister Emili Darder.

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Kein Hotel aus längst vergessenen Tagen, sondern eine Grabstätte

Doch wenden wir uns nun wieder der Gegenwart zu. Soweit das Auge reicht, sieht man Grabstellen, eine dicht neben der anderen. Ein gigantisches Meer aus steinernen Kreuzen. Da gibt es normale Gräber, Urnengräber, Grabwände oder Grabgebäude, die sogar mit bis zu sieben Etagen teilweise wie alte Hotels aus den 1970er Jahren aussehen. Da sieht man Engelsfiguren, Grabkreuze, Denkmäler sowie echte Prachtbauten.

So zum Beispiel auch das sehr beeindruckende, ca 500 m² große Mausoleum der Bankiersfamilie aus Mallorca, dessen am 04. Oktober 1880 in Santa Margalida geborenen und am 10. März 1962 in Las Rozas de Madrid gestorbenen Gründer der Banca March. Juan March Ordinas machte sein Vermögen unter anderem mit dem Handel mit Schweinen.

Bei den meisten dieser Grabstellen sind Bilder der Verstorbenen angebracht. Laut den Belegen des städtischem Bestattungsunternehmens EFM (Empresa Funerar Municipal) fanden hier ungefähr 180.000 Menschen ihre letzte Ruhestätte.

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Auch gibt es hier ein Krematorium, das im Jahr 2015 mit über 220 Einäscherungen sogar an seine Leistungsgrenze kam, da zwischen den Kremierungen eine fünfstündige Sicherheitspause eingehalten werden musste.

Hier gibt es so viele schmale und breite Wege, dass einige sogar Straßennamen besitzen, so zum Beispiel Via de la Creu oder auch Via San Mateo.

Auf den breiten Wegen fährt sogar ein Sicherheitsdienst sporadisch mit einem Auto hin und her und hat ein wachsames Auge auf alles, was nicht unbegründet ist.

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Weil man an einigen Stellen, an denen es auch Hinweisschilder gibt, die das Betreten verbieten, eigentlich gar nicht weiterkommt, da ein Grab am anderen liegt, kann es vorkommen, dass ein unvorsichtiger Besucher, der sich hier verlaufen hat, aus Versehen auf eines der alten Gräber tritt. So geschehen 2009, damalas stürzte eine Besucherin in eine längst verlassene Gruft aus dem 18. Jahrhundert. Zum Glück wurde sie nur leicht verletzt, aber es hätte auch schlimmer ausgehen können.

Natürlich ist es auch eine Frage des Respektes den Verstorbenen gegenüber, die Wege nicht zu verlassen, um eine der Grabstätten zu betreten.

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Katakomben gibt es hier auch, das sind feucht-dunkle unterirdische Gewölbe, in deren seitlichen Vertiefungen etliche Opfer einer Grippeepidemie aus dem Jahre 1918 ruhen.

Als wir hier waren, befanden sich fast keine Menschen hier, was schon sehr gewöhnungsbedürftig war.Wenn man interessehalber das gesamte Friedhofsareal zu Fuß einmal umrunden würde, käme man auf eine Länge von etwa 2,8 km. Was schon recht beeindruckend ist.

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Zu erwähnen wäre noch, dass es hier auch einen prachtvollen Baum gibt. Es handelt sich dabei um die Großblättrige Feige (Ficus macrophylla) mit imposanten Maßen, die eine Größe von etwa 15 Metern hat und in einer Höhe von 1,30 Meter einen Stammumfang von ca 7,10 Meter aufweist.

Hier noch die Adresse:
Carrer de Jesús, 2, 07011 Palma

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