Plastik im Premium-Meersalz: „Flor de Sal“ Produkte hoch belastet

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Meersalz ist nicht gleich Meersalz. Flor de Sal (Fleur de Sel) ist die spanische Bezeichnung für die Salzblume, die sich an besonders warmen und windstillen Tagen an der Wasseroberfläche bildet. Dieses teuerste aller Meersalze, das auch auf Mallorca von Hand „geerntet“ wird, genießt bei Feinschmeckern einen besonders guten Ruf. Doch dieser bekommt nun leichte Risse, denn offenbar ist die Schadstoffbelastung hoch.

Eine Stichprobe der Verbrauchersendung „Markt“ unter den fünf meistverkauften Sorten aus Supermärkten und Feinkostläden ergab bedenkliche Werte.

Bei der ersten Untersuchung dieser Art überhaupt in Europa wurde festgestellt, dass zwischen 130 und 1800 Mikrogramm pro Kilogramm Mikroplastik enthalten sind. Außerdem war in einem Fall sogar eine Kunststofffaser im Flor de Sal zu erkennen gewesen.

Getestet wurde unter anderem auch ein Salz von Mallorcas Schwesterinsel Ibiza:

  • Rewe feine Welt für 2,84 Euro (/100g)
  • Aquasale für 3,19 Euro
  • Fleur de Sel aus der Camargue für 3,19 Euro
  • Fleur de Ibiza für 4,33 Euro in der Tüte und 8,33 Euro im Keramiktopf
  • Le Paludier de Guérande für 6,32 Euro

Wohlgemerkt beschränkte sich dieser Test nicht etwa auf Mallorca oder eine andere Region. Das Ergebnis  zeigt jedoch gut, wie sehr der Plastik-Wahn der Menschheit zum Problem für die Umwelt geworden ist. Das Vermüllen der Weltmeere wird nicht nur durch weggeschmissene Abfälle vorangetrieben, sondern auch durch die Nutzung von Kosmetikartikeln. Kleinste Plastikteile gelangen ins Wasser und werden von Fischen aufgenommen, die wir Menschen wiederum später als vermeintliche Delikatesse auf dem Teller liegen haben.

Oder eben Kleinstpartikel landen im Meersalz, das eigentlich nur dem Geschmack dienen und uns nicht krank machen sollte.

Plastik im „Flor de Sal“ wirklich nicht gesundheitsgefährdend?

Eine kleine Entwarnung gibt es allerdings – noch müsse sich niemand Sorgen vor gesundheitlichen Schäden machen, denn der Gehalt an Mikroplastik sei für Menschen „unbedenklich“, zumindest kurzfristig und wenn man nicht gerade Unmengen verzehrt. Experten wie Professor Dr. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel warnen allerdings vor den Langzeitfolgen. „Mikroplastik kann sich mit Substanzen wie DDT, Dioxin, aber auch mit Schwermetallen anreichern und die Freisetzung dieser Stoffe im Körper beschleunigen“, sagte er im Interview mit dem ‚NDR‘.

Man sollte sich also nicht darauf verlassen, sondern im Zweifelsfall lieber zum herkömmlichen Salz oder dem klassischen Meersalz greifen. Bei Letzterem wurde nämlich erheblich weniger Mikroplastik nachgewiesen. Die Werte beliefen sich hier „nur“ auf zwischen 14 Mikrogramm bis 59 Mikrogramm pro Kilo, was an der Art der Gewinnung liegt. Dabei wies das Alnatura Meersalz den niedrigsten Wert an Plastikrückständen auf. EU-Weite Grenzwerte gibt es allerdings nicht.

Nicht bekannt ist, ob es eine Belastung beim Mallorca-Salz Flor de Sal d’Estrenc Anzeige gibt und wenn ja, wie hoch diese ausfällt. Abgeschöpft wird das Salz in den Salinen hinter dem Naturstrand Es Trenc im Südosten der Insel, dem wegen seines bisweilen türkisblauen Wassers gern Karibikfeeling nachgesagt wird. Dort sind die klimatischen Bedingungen durch einen Mix aus milden Temperaturen und einer sanften Meerenbrise am Günstigsten.

Anschließend wird das Salz unter der brennenden Sonne Mallorcas getrocknet. Im späteren Verarbeitungsprozess werden noch mediterrane Kräuter, Hibiskusblüten oder andere Aromen hinzugefügt.

Mallorca-Ses-Salines-Flor-de-Sal
In diesen Salinen wird das Meersalz Flor de Sal d’Estrenc abgebaut

In welchen Produkten steckt Mikroplastik?

Die weniger als 5 mm kleinen Mikroplastikpartikel kommen quasi in jedem Haushalt vor. Insbesondere in Shampoos, Sonnencremes, Lippenstiften, Gesichtspeelings mit zarten Kügelchen und etlichen anderen Kosmetikartikeln.

Fast jeder hat sie, fast jeder verwendet sie und dadurch gelangt – ob man es will oder nicht – zwangsläufig viel davon in die Umwelt. Schätzungen des Umweltbundesamtes und Umweltorganisationen zufolge, landen zwischen sechs Millionen und acht Millionen Tonnen Plastikmüll jedes Jahr in den Meeren. Klingt nicht wirklich beruhigend.

Morgen Abend (15.01.) läuft die ganze Ausgabe von „Markt“ ab 20.15 Uhr im NDR.

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