Heute stehen die Mallorca-Schönheiten Sóller und Port de Sóller wieder ganz im Zeichen der Seeräuber. Beim Piratenfest „Moros y Cristianos“ ziehen wieder tausende Menschen gut gelaunt durch die Straßen.

Anlass der Feierlichkeiten, die bereits Ende der Woche starteten, ist der Sieg der Christen über die Mauren im 16. Jahrhundert. Jedes Jahr im Mai verwandeln sich die Orte in Piratenhochburgen. Wer unwissentlich nach Sollér fährt, wird wohl denken, irgendwo falsch abgebogen zu sein.
Höhepunkt des „Es Firo“ ist jedes Jahr die nachgestellte Piratenschlacht am Strand von Port de Sóller, bei der unzählige verkleidete Statisten (mit schwarzer Farbe oder Schuhcreme im Gesicht) zum Spaß aufeinander losgehen. Zuvor landen die Eindringlinge mit Booten an der Playa.
Ab 17 Uhr startet heute die große Schlacht, die man unbedingt gesehen haben sollte. Hier siegen zunächst die Mauren, doch den Erfolg können sie nicht lange genießen. Um 18.30 Uhr verkündet der maurische König im Rathaus von Sóller auf Arabisch den Sieg, doch um 21 Uhr schlagen die Bauern mit allerletzten Kräften in einer finalen Schlacht zurück.
Glaubt man der Sage, dann sollen zwei tapfere Frauen („Dones Valentes“) die Mauren nach ihrer Ankunft um Jahre 1561 vertrieben haben, weil sie einen Mauren getötet, aus dem Fenster geworfen und damit den anderen Piraten einen riesigen Schreck eingejagt haben.
Derartige Fiestas haben in ganz Spanien Tradition. Besonders verbreitet sind die „Moros y Cristianos“ auf dem spanischen Festland um Valencia.